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Wider das Vergessen
Schrei nach Freiheit und Demokratie
17. Juni 1953 – eine Plakatausstellung von Europe Direct
Coburg – Das Europe Direct Informationszentrum an der Volkshochschule Coburg zeigt ab Mittwoch, 17. Juni, die Plakatausstellung „Der 17. Juni 1953 – Ruf nach Freiheit und Demokratie“. Die Wanderausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur wird am 17. Juni um 9 Uhr im VHS-Haus Löwenstraße 16, 3. Obergeschoss, eröffnet. Es ergeht herzliche Einladung an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.
Thema ist der zum Sinnbild für Zivilcourage und Mut gewordene Volksaufstand in der DDR. In der Erinnerung an die Ereignisse von 1953 soll die Ausstellung „ein Zeichen wider das Vergessen“ setzen, betont der Leiter von Europe Direct Coburg, Sven Reuß.
Der 17. Juni war Jahrzehnte lang der „Tag der Deutschen Einheit“, der Feiertag, den die Deutschen seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober begehen. Heute indes drohen die Bilder von 1953 in Vergessenheit zu geraten: die Szenen von Bauarbeitern im Streik auf der Stalinallee in Ostberlin, von Schüssen aus sowjetischen Panzern auf Demonstranten, dem Sturm auf Gefängnisse in Halle, Magdeburg und anderswo. Zumal junge Leute wissen mit dem Datum nichts mehr anzufangen. Bekannt sind allenfalls 9. November 1989 und 3. Oktober 1990. Doch geben gerade die 20. Jahrestage von Grenzöffnung und Wiedervereinigung Anlass, sich umfassend zu erinnern.
Wie 36 Jahre später rief schon 1953 das Volk nach Freiheit, Demokratie, Menschenrechten und der Wiedervereinigung Deutschlands. Über Ostberlin hinaus ereignete sich an hunderten von Orten der DDR dieses für die Machthaber so Unglaubliche. Folgen waren der Ausnahmezustand, der Aufmarsch der Armee und das Niederschlagen des Aufstandes – doch für die Mächtigen auch ein nie überwundenes Trauma, ein Sinnbild für die Krise der Legitimation, in der die Partei und der propagierte „Aufbau des Sozialismus“ sich befanden.
Der „17. Juni“ sollte auch in der Schule Thema bleiben, fordert Sven Reuß. Er lädt daher gerade Lehrerinnen und Lehrer ein, mit Schülern die Ausstellung noch im zu Ende gehenden Schuljahr zu besuchen.
Der Erste, der das Angebot nutzt, ist Hans-Joachim Lieb: Der Oberstudienrat der Staatlichen Berufsschule I, Lehrer für Metalltechnik und Sozialkunde, wird zur Eröffnung der Ausstellung an die Ereignisse erinnern und deren Bedeutung würdigen. Lieb wird die VHS mit einer Klasse angehender Werkzeugmechaniker besuchen; und interessanterweise, verrät er, ist einer der Schüler am 17. Juni des Jahres der Grenzöffnung geboren.
Europe Direct zeigt die Wanderausstellung an der Volkshochschule sechs Wochen lang bis Dienstag, 28. Juli. Zu sehen sind 17 Bilder eines Plakatwettbewerbes, ausgeschrieben von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Gefordert war, die Ereignisse des 17. Juni inhaltlich und künstlerisch zu reflektieren, sie in den Kontext von Opposition, Widerstand und Zivilcourage zu setzen und Perspektiven und Bilanzen des Aufstandes zu benennen.
Die Ausstellung ist die erste einer Reihe von Veranstaltungen, die Europe Direct aus Anlass der 20. Jahrestage von Grenzöffnung und Wiedervereinigung in diesem und dem kommenden Jahr präsentiert. So eröffnet das Informationszentrum an der Volkshochschule schon am Donnerstag, 13. August 2009, die nächste Plakatausstellung – zum Thema „Mauerbau“.
Auskunft gibt das Europe Direct Informationszentrum an der Volkshochschule Coburg, Löwenstraße 16, Erdgeschoss, Telefon 09561 8825-40, E-Mail
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